Warum meine Marke für neurodivergente Perspektiven erst beim zweiten Versuch eingetragen wurde (3)

Das Markenschutz-Schild

Vor ein paar Tagen lag eine Urkunde in meinem Briefkasten. Meine Wortmarke wurde endlich eingetragen, nachdem ich ein paar Monate darauf gewartet habe. Große Erleichterung nach dem zweiten Versuch! Mein erster Antrag wurde abgelehnt, vermutlich weil ich ein paar klassische Fehler gemacht habe. Was ich daraus gelernt habe:

Fehler Nr. 1: Eine zu allgemeine Wortmarke wird nicht geschützt

Ich war so nah an meiner eigenen Idee, dass ich gar nicht bemerkt habe, wie unspezifisch manche Formulierungen waren. Das Problem: Allgemeine Begriffe müssen für alle nutzbar bleiben und können nicht einfach monopolisiert werden.

Was ich beim zweiten Versuch anders gemacht habe: Einen Namen gefunden, der eine neue Wortschöpfung ist und beschreibt, was die Marke leisten soll.

Fehler Nr. 2: Vor der Anmeldung genau prüfen, welche Nizza-Klassen wirklich nötig sind und bewusst begrenzen

Vor der ersten Anmeldung wusste ich nicht genau, welche Bedeutung die Nizza-Klassen für den Markenschutz haben. Bis zu drei Klassen kann man angeben. Wenn man noch mehr braucht, zahlt man für jede weitere Klasse extra. So wie ich, weil ich dachte, ich muss mich erstmal breit aufstellen.

Was ich beim zweiten Versuch anders gemacht habe: Ich habe mich intensiver damit beschäftigt, was mein Angebot wirklich ist und es bei drei Klassen belassen:

  1. Workshops
  2. Digitalen Medien oder
  3. Printprodukte

Fehler Nr. 3: Keine Lizenz beantragt – die aber eine wichtige Rolle spielen können, wenn man keine betriebliche Infrastruktur hat

Bei meiner ersten Anmeldung stellte ich mir vor, was ich mit der Marke sonst noch erschaffen könnte: Bildungsreisen, Kreativworkshops, riesige Events. Ich wollte alles! Worüber ich nicht nachgedacht habe: Wie es umsetzbar wird.

Was ich beim zweiten Versuch anders gemacht habe: Ich habe eine Lizenzvergabe beantragt. Gerade wenn man als Einzelunternehmerin oder Dienstleisterin arbeitet, kann eine Marke auch bedeuten, Gestaltungsspielraum für die Zukunft zu schaffen, ohne sofort die komplette Infrastruktur für Produktion, Vertrieb und Vermarktung aufbauen zu müssen.

Was ich für die Zukunft mitgenommen habe:

Was ich immer noch nicht genau weiß: Wie wichtig eine Markenanmeldung wirklich ist. Aber dieser Prozess hat eine wichtige Veränderung gebracht, weil er dazu zwingt, ein paar Fragen ziemlich konkret zu beantworten: Wofür steht meine Arbeit? Woran erkennt man sie? Aber vor allem: In welcher Form biete ich die Arbeit an, um die hilfreichste Wirkung zu entfalten?

Was ich genau sagen kann: Eine Marke ist ein bisschen wie ein Schild. Beide bieten nicht nur Orientierung. Sie schaffen auch Schutz und markieren ein Gebiet, bevor man es betritt. Was jetzt ganz offiziell auf meinem Schild steht?

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